BiolebensmittelCamp 2017 – Ein voller Erfolg

Vom 17. – 19. März 2017 fand in Mellrichstadt in der Röhn das erste BiolebensmittelCamp statt, ein Treffen für Menschen mit ganz unterschiedlichem Background, aber einem gemeinsamen Thema: Lebensmittel in Bioqualität. Neben zwei anregenden Keynotes wurden 18 sogenannte Sessions abgehalten, die aus unterschiedlichen Perspektiven fundierte Informationen lieferten, Anregungen gaben und neue Fragen aufwarfen – Sessionleiter waren die Teilnehmer selbst. Veranstalter Wolfgang Falkner sowie die Gastgeber, Familie Schulze Diekhoff vom Bio Hotel Sturm, waren hochzufrieden über rund 90 Teilnehmer, die sich in der Feedback-Runde dann nicht nur lobend über die zweieinhalb Tage äußerten, sondern auch deutliches Interesse am nächsten BiolebensmittelCamp 2018 zeigten – diesmal dann im Landgut Stober in Groß Behnitz in Brandenburg.

Das ziemlich verregnete Wochenende hatte keinerlei negativen Einfluss auf die gute Atmosphäre beim BiolebensmittelCamp 2017 im Bio Hotel Sturm im kleinen Mellrichstadt – sicherlich nicht zuletzt auch wegen der hervorragenden Küche, die der Familienbetrieb zu bieten hat. Denn wenn es um das Thema Biolebensmittel geht, muss der kulinarische Genuss natürlich unbedingt stimmen. Familie Schulze Diekhoff, die sich auffallend intensiv am gesamten Camp beteiligten, und das gut organisierte Team rund um Wolfgang Falkner und Lilli Vogl sorgten auf allen Ebenen dafür, dass der Wohlfühlfaktor stimmte und damit der Boden für produktiven Austausch geebnet war.

Christian Hiß anregend-intensive Keynote

Nach einer freitäglichen Entdecker-Tour bei BIONADE und einer Führung durch Rother Bräu starteten viele Gespräche beim Get-Together mit einer Anekdote über die beeindruckende Brauereimeisterin des Traditionsbetriebs in der Röhn. Sie hatte mit ihrer Leidenschaft für die Sache einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dasselbe schaffte dann am Abend Christian Hiß von Regionalwert AG Freiburg mit seiner Keynote „Regionale Wirtschaftsräume – eine Chance für Biobetriebe“. Hinter dem Titel verbarg sich ein ruhig vorgetragenes, aber sehr intensives Plädoyer für eine ganz neue Art des gewissenhaften Wirtschaftens in landwirtschaftlichen Betrieben mit sozial-ökonomischer Verantwortung für die eigene Region. Daneben gab es interessante Anregungen für eine neu gedachte Finanzbuchhaltung, die Faktoren wie z.B. Bodenfruchtbarkeits-Erhaltung berücksichtigt. Dazu Christian Hiß: „Wir haben die Buchhaltung und Bilanzierung aus Industrie und Handel in die Landwirtschaft übernommen und wundern uns jetzt über industrialisierte Landwirtschaft.“ Die Keynote strahlte in ihrem Facettenreichtum in das ganze Wochenende aus.

Laut oder leise – Wie soll Bio kommuniziert werden?

Am Samstag und Sonntag kam dann die BarCamptypische Dynamik zum Tragen. In drei Räumen wurden vor- und nachmittags insgesamt 18 Themen bearbeitet, darunter Fragen inwieweit Politik für Nachhaltigkeit verantwortlich oder notwendig sein kann oder sollte, wie Biolebensmittel zeitgemäß on- und offline kommuniziert werden oder eine moderne Form der Weiterbildung aussehen kann. Für emotional aufgeladene Momente sorgte auch das Thema „Fachhandelstreue“ und die Fragestellung, ob in der heutigen Leistungsgesellschaft scheitern noch akzeptabel ist. Immer zwischen den Zeilen mit dabei: der deutlich spürbare Generationswechsel in den Bio-Pionierunternehmen und welche Bedeutung dieser Umbruch für Erzeuger, Hersteller und Händler hat. Die Ergebnisse in Form von Thesen für jede einzelne Session befinden sich hier: http://www.biolebensmittelcamp.com/biocamp2017/thesen-ergebnisse/

Videos sagen mehr als jeder Vortrag

Die Samstags-Keynote von Hassaan Hakim von der Agentur YOOL mit dem Titel „Bio Marke Entwicklung“ überzeugte die Zuhörer nicht nur durch die fundierte Faktenbasis rund um Markenentwicklungstheorie, sondern gegen Ende vor allem auch durch gut gewählte Video-Beispiele mit zum Teil provozierenden Inhalten. Diese lieferten anschauliche Belege dafür, wie machtvoll Kommunikation ist – und wie wichtig es ist, authentisch, direkt und im Sinne der Marke „richtig“ zu kommunizieren. Generell war die Frage nach balancierter Kommunikation ein stetig wiederkehrendes Motiv. Beispiele der genannten Videos von Hassaan Hakim finden Sie hier:

Der Biowandler

Agraprofit – Der Film

Gelungener Auftakt – das nächste Ziel ist Brandenburg

Das Ziel dieser Fachveranstaltung war, einen offenen und ungezwungenen Raum für die Teilnehmer zu eröffnen, ihnen Denkanstöße zu geben und einen Austausch entstehen zu lassen. Für den Veranstalter ist dies spürbar gelungen. Es ist aber auch noch Raum für mehr: „Wir freuen uns über dieses gelungene erste BiolebensmittelCamp und hoffen, dass beim nächsten Mal in Brandenburg zusätzlich zu Erzeugern, Herstellern und Dienstleistern insbesondere auch die Händler noch zahlreicher erscheinen werden. Wir sind sicher, dass dort noch wertvoller Input schlummert und wir gemeinsam Bio noch weiter denken können.“

Das nächste BiolebensmittelCamp findet im geschichtsträchtigen Landgut Stober in Brandenburg, 20 km westlich von Berlin, statt.

Wann: 16. – 18.3.2018 / Wo: Landgut Stober

Für Fragen oder zur Vermittlung von Interviews stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung. Bilder befinden sich zum Download hier: http://bit.ly/BiolebensmittelCampBilder