Die zehn Nominierten für den Salus Medienpreis 2016 stehen fest

Über 45 hochkarätige Beiträge zum Thema Agro-Gentechnik und ökologische Landwirtschaft wurden eingereicht, alle wurden gründlich gelesen, gehört, gesehen, besprochen. Nun hat die Jury die Top 10 bekannt gegeben. Wer von den zehn nominierten Journalisten den Haupt- und den Nachwuchspreis, sowie den Otto-Greither-Sonderpreis gewinnt, stellt sich am 5. Oktober auf der offiziellen Preisverleihung im Hilton Munich Park in München heraus.

„Die Vielfalt und hohe Qualität der Einreichungen zeichnen das Preisjahr 2016 aus“

– Christoph Hofstetter vom Salus Haus

Die 10 für den Salus Medienpreis nominierten Beiträge und ihre Autoren

Anja Banzhaf, „Wer die Saat hat, hat das Sagen“ (oekom Verlag): Anja Banzhaf ist Garten- und Saatgutaktivistin und engagiert sich für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. In Ihrem Buch „Wer die Saat hat, hat das Sagen“, beschreibt sie, wie die Agrarindustrie versucht, weltweit die Kontrolle über das Saatgut zu übernehmen und wie Bäuerinnen und Gärtner dafür kämpfen über ihre Art der Landwirtschaft selbst zu bestimmen.

Volker Barth, „Gift im Acker – Glyphosat, die unterschätze Gefahr?“ (WDR): Glyphosat ist angeblich völlig gefahrlos, sagen die einen, mit großen Gesundheitsgefahren für Mensch und Tier, sagen die anderen. Volker Barth fragt nach, wie es sein kann, dass dieses Mittel seit 1974 ohne eine geprüfte Zulassung in Deutschland im Testbetrieb verlängert wird, obwohl es seit zehn Jahren Hinweise auf die Gefährlichkeit gibt.

Svenja Beller, „Sehen Sie auf diesem Bild eine Kuh?“ (GREENPEACE MAGAZIN): Svenja Beller beschreibt in ihrem Artikel einen Landwirt, der nichts gegen Tiere hat, sie aber auch nicht mehr als „Produktionsmittel“ braucht. Er gehört zu einer wachsenden Zahl von Landwirten, die Tiere ganz aus der Landwirtschaft entlassen. Was würde passieren, wenn das alle machen würden?

Philip Bethge, „Totgespritzt“ (DER SPIEGEL): Es steckt im Tierfutter, im Brot, in der Milch: Das Pestizid Glyphosat belastet seit Jahrzehnten die Umwelt, weltweit. Forscher warnen vor Missbildungen und Krebs. Philip Bethge klärt auf und versucht zu ergründen, wie gefährlich der Stoff wirklich ist.

Jens Brehl, „Regionale Biolebensmittel – Gesundes und Köstliches aus Fulda, Rhön, Vogelsberg und Nordhessen“ (parzellers Verlag): Warum in die Ferne schweifen, wenn der Genuss mit gutem Gewissen direkt vor unserer Haustür liegt? Um das zu ergründen hat sich Jens Brehl im Umkreis von 100 Kilometern um seine Heimatstadt Fulda auf Entdeckungstour begeben.

Tobias Chmura, „Bio für alle – Traum oder Wirklichkeit?“ (Bayerischer Rundfunk): Tobias Chmura studierte Geographie, Germanistik und Physische Geographie in Münster und Leipzig. In seinem Radiobeitrag „Bio für alle – Traum oder Wirklichkeit?“, geht er der Frage nach, ob „Bio für alle“ möglich ist und ob es am Ende überhaupt für alle reichen würde.

Andreas Fink, „Die Killerbohne“ (Terra Mater Magazin): Wie steht es um die politischen, ökologischen und sozialen Folgen des Soja-Booms in Argentinien? Andreas Fink zeigt in seinem Beitrag die negativen Folgen der „Killerbohne“ auf und erklärt warum, keine andere Frucht mit vergleichbarem technologischen Aufwand produziert wird.

Leo Frühschütz, „Die Preise lügen“ (Schrot & Korn): „Das war mal wieder ein günstiger Einkauf: 99 Cent für 100 g Tilsiter, 1 Euro 50 Cent für sechs Bratwürste, der Liter Vollmilch für 59 Cent … Der Einkaufswagen ist voll und hat gerade einmal 30 Euro gekostet.“ Leo Frühschütz geht in seinem Artikel der Frage nach, warum herkömmliche Artikel auf den ersten Blick so billig erscheinen.

Eva Konzett, „Die versaute Bohne“ (DATUM – Seiten der Zeit): 1878 hat ein Mann eine Vision: die Sojabohne könnte als Nahrungsmittel den Armen Europas zugutekommen. Wie Soja im Laufe der Zeit zu einer „versauten Bohne“ wurde, thematisiert die Journalistin Eva Konzett.

Elena Witzeck, „Die Saubermänner“ (Süddeutsche Zeitung): „Wir leben auf Pump. Diese Erde ist nicht unsere. Wir haben sie von unseren Kindern geliehen.“ Elena Witzeck beschreibt unter anderem die Geschichte des Südtiroler Hoteliers Stefan Fauster, in dessen Kindheit sich Nachhaltigkeit von selbst ergab, da es auf dem Bauernhof seiner Familie genau so viel gab, wie man zum Leben brauchte, und der nun mit anderen Pionieren versucht, eine am Gemeinwohl orientierte Form des Wirtschaftens einzuführen.