Drei Fragen an… Burkhard Germershausen // Produktentwickler von Söbbeke

Söbbeke Joghurts auf Frucht im neuen K3-Kreidebecher

Habt ihr euch auch schon immer gefragt, wie eigentlich ein Produkt erfunden wird? Der Produktentwickler Burkhard Germershausen von der Biomolkerei Söbbeke hat uns erklärt, wie neue Produkte entstehen. Dabei geht es nicht immer nur um Leckereien. Eine der großen Innovationen im Haus Söbbeke: der neue K3-Kreidebecher, bei dem ein Teil des Kunststoffs eingespart werden kann.

Regelmäßig bringt die Biomolkerei Söbbeke neue Produkte auf den Markt. Sie sind für Produktinnovationen verantwortlich. Wie denken Sie sich neue Produkte aus und woher kommen die Ideen?

Bei der Molkerei Söbbeke haben wir ein Produktentwicklungsteam, das sich regelmäßig zu einem Treffen zusammensetzt. Hier werden neue Ideen gesponnen und laufende Projekte koordiniert. Wichtig ist, dass diese Produkte zu unserer Marke und in den Zeitgeist des Bio passen.

Welche Schritte durchläuft ein Produkt, bevor entschieden wird, ob es in den Handel kommt?

Hier gibt es einen fest vorgegebenen Entwicklungsprozess – von der schriftlichen Niederlegung der Idee, über Rohstoffsuche, Handmustererstellung, Kalkulationen, rechtliche Prüfungen, Produktionsversuche, Lagertests, Konsumentenbefragung, Deklarations- und Spezifikationserstellung, Verpackungsmaterialbeschaffung bis hin zur Markteinführung.

Je nach Schwierigkeitsgrad des Projektes werden die einzelnen Schritte schneller oder langsamer durchlaufen. Somit liegt eine Projektzeit zwischen 3 Monaten und 2 Jahren

Wie viele Ideen von Ihnen werden eigentlich nicht umgesetzt? Und warum? Sind der Kreativität Grenzen gesetzt?

Leider finden nicht alle Ideen den Weg ins Kühlregal. Dies kann viele Gründe haben. Entweder ist noch nicht der richtige Zeitpunkt, um das Produkt im Markt zu platzieren oder das Potential ist nicht groß genug oder es kann auch einfach mal keine überzeugende Qualität erzeugt werden oder die Herstellung auf den Produktionsanlagen ist nicht sicher oder das Endprodukt zu teuer.

In diesen Fällen werden die Projekte verworfen oder mit dem erarbeiteten Stand in die Schublade gelegt, damit sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufleben können.

Einen direkten Durchmarsch schaffen nur 15 – 20 % der Projekte.

Wie sind Sie auf Idee für den neuen Becher mit Kreideanteil gekommen? Was ist an ihm so besonders?

Durch den neuen Kreidebecher ist es uns gelungen, den Kunststoffanteil im Becher um 30% zu reduzieren. Die Idee kam bei gemeinsamen Treffen mit unserem Verpackungslieferanten. Erste Schritte fanden dann im Haus des Becherlieferanten statt. Als hier akzeptable Muster entstanden waren, wurden diese bei uns im Haus auf den Maschinen und mit Produkt auf Herz und Nieren getestet, bis wir einen Becher hatten, der allen Anforderungen standgehalten hat.

Unsere Kunden haben die Idee der Kunststoffeinsparung dankend angenommen, und wir sind wieder einen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit vorangegangen.

 

Steckbrief

Vor- und Nachname

Burkhard Germershausen

Position

Leiter Innovation

Ausbildung

Molkereiingenieur

Wunschberuf als Kind

Chemiker

Joghurt oder Käse? Was mögen Sie lieber lieber?

Beides zu seiner Zeit. Ich liebe die Abwechslung in der Ernährung.

Wie stolz sind Sie, wenn Sie ein Produkt von sich im Laden entdecken?

Wenn nach einer langen Entwicklungszeit ein gutschmeckendes Produkt entstanden ist, das von den Kunden gerne wiedergekauft wird, bin ich sehr stolz. Bei Creme duo gibt es zum Beispiel häufig die Rückmeldung: „mein neues Lieblingsdessert“

Holen Sie sich Feedback aus der Verwandtschaft?

Ja, ich laufe immer mit offenen Augen und Ohren durch die Gegend und sammele überall, auch in der Verwandtschaft, neue Anregungen.

Gibt’s noch Käsebrot zum Abendessen? Und Joghurt zum Frühstück? Oder haben Sie manchmal die Nase voll von Milchprodukten?

Käse immer gerne. Bei Joghurt wird der Bedarf durch die tägliche Verkostung aller hergestellten Joghurtchargen ausreichend gedeckt. Da freut man sich dann auch mal auf etwas Deftigeres.

Verkosten Sie auch selbst? Oder übernehmen das andere Mitarbeiter?

Jeden Tag alle von uns hergestellten Chargen. Dies ist wichtig, da Milch ein Naturprodukt ist und gewissen natürlichen Schwankungen unterliegt. Bei Veränderungen muss die Rezeptur auch mit angepasst werden, damit der Kunde immer die gleiche Qualität bekommt.

Was sind Ihre liebsten Inspirationsquellen?

Neue Rohstoffe, Kochbücher und meine Frau