Drei Fragen an… Valentin Thurn // Jury Salus-Medienpreis 2017

Portrait Valetin Thurn Jurymitglied Salus-Medienpreis

Valentin Thurn ist Filmemacher für öffentlich-rechtliche Sender wie ARD, ZDF und ARTE. Der Journalist und Geograph hat über 50 Dokus und Reportagen gemacht. Seine bekanntesten Filme sind „Taste the Waste“, „Die Essensvernichter“ und „Frisch auf den Müll“. Seit 2003 hat er seine eigene unabhängige Produktionsfirma, Thurnfilm, in der Dokumentarfilme über Menschen und ihre Welt gemacht werden. Für seine Arbeiten wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Für den Salus-Medienpreis engagiert er sich erneut in der Expertenjury. Der Countdown für die Bewerbung läuft übrigens: Noch bis zum 9. Juni könnt ihr uns eure Bewerbungen zuschicken.

Im Interview verrät Valentin Thurn, was seine Motivation ist und was sein Engagement bewirkt.

Lieber Herr Thurn, in Ihren Filmen thematisieren Sie, dass Lebensmittel in Massen im Müll landen. Ist es Wut, die sie antreibt? Oder ist es Hoffnung, dass es eines Tages besser wird?

Es ist beides. Tatsächlich kommt erst die Wut und dann die Hoffung. Es ist nicht so, dass mich dieses Geschehen kalt lässt. Es ist einfach wider den menschlichen Verstand wie wir mit unserer Lebensgrundlage umgehen.

Sehen sie, dass sich etwas ändert durch Ihre Filme?

Es hat mich angespornt, dass viele Menschen, Unternehmen und auch die Politik auf meine Filme reagiert haben. Es ist ein sehr schönes Erlebnis, dass man einerseits aufklären kann, aber anderseits durch das bewegte Bild emotional motivieren kann.

Was glauben Sie: Wie kann man die Menschen weltweit nachhaltig ernähren? Ist Bio die Lösung?

Wir brauchen in Ländern, die sich diese Bio-Zertifizierung nicht leisten können eigentlich etwas anderes. In Richtung von Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften. So etwas entsteht momentan weltweit, auch in Entwicklungsländern.

Gibt es etwas, dass Sie der Welt gern mitteilen möchten oder eine Botschaft, die Sie Ihren Kindern mit auf den Weg geben möchten?

Vieles. Zentral: dass wir einen Fehler machen, wenn wir Lebensmittel als eine Ware wie jede andere betrachten. Lebensmittel sind Rohstoffe, die die Basis unseres Lebens ausmachen, und wir sollten in puncto Freihandel und Spekulation mit Lebensmitteln ganz besondere Vorsicht und besondere Regeln walten lassen.

Möchtest du dich für den Salus-Medienpreis 2017 bewerben? Schicke uns schnell deine Bewerbungsunterlagen: nur noch bis zum 9. Juni ist Zeit dafür. Hier findest du die Teilnahmebedingungen. Wir freuen uns schon!

 

Fotocredit Beitragsbild: Monika Nonnenmacher